Samstag, 23. Juli 2011

23.07.2011 – Addis Abeba II - Krasse Gegensätze

 
Heute haben wir erstmal ausgeschlafen, haben ein bisschen gelabert, gegessen, und im Internet gesurft – das nahm die Hälfte des Tages in Anspruch.
Teil unseres Hotels
Baustelle
 
Am späten Nachmittag sind wir dann in ein recht modernes Viertel der Stadt gefahren. Hier gibt es Jeeps, die so groß sind wie Lastwägen, und Glasgebäude auf der einen Seite, auf der anderen sieht man bettelnde Menschen zu Hauf und Familien, die auf der Straße wohnen. Einige der Bettler zeigen behinderte Familienangehörige vor, um mehr Geld sammeln zu können.
Nochmal das Titelbild: Bettler in der Mitte einer unerreichbaren Welt
Es ist schon pervers, wenn manche Menschen in Fetzen auf der Straße leben und andere mit ihren Riesenkisten zum Shoppen fahren. Da fragt man sich auch selbst, was man hier eigentlich tut. Sind die Menschen mit den großen Autos herzlos? Sie leben wie wir in Europa. Der Unterschied: Hier gibt es bitterarme Menschen, in Deutschland nicht. Sollen die Reichen hier mehr teilen? Warum nicht wir? Weil wir weiter weg sind von der Armut und sie nicht ständig vor Augen haben? Sollte Solidarität global sein oder ist jeder Staat für sich selbst verantwortlich? Und wie sollte man am besten helfen?

Mit solchen Gedanken sind wir in ein Einkaufszentrum gegangen. Dort sind wir ein bisschen rumgelaufen und haben Karten gespielt. Watten, ein urbayerisches Spiel=).
Die drei besten Karten beim Watten; die Maschin!
Dazu gehört natürlich ein köstliches Bier. Irgendwann begann es zu regnen und wir verließen die Terrasse, auf der wir unser Spiel begannen. Wir gingen rein und aßen Pizza und im Anschluss ein Stück Kuchen. Meiner schmeckte sehr weihnachtlich.
Das Einkaufszentrum
Danach sind wir wieder in unser Hostel gegangen und haben uns ein wenig ausgeruht. Wir wollten nämlich heute noch weggehen. Gedacht, gemacht. Wir waren in einem winzigen Club um die Ecke. Sie spielten lokale Musik und tanzten für unser Dafürhalten leicht seltsam. Die Atmosphäre war toll. Alle bewegten sich, kein Touri war in Sichtweite, einfach ein ganz gewöhnlicher echter Ort, wo Äthiopier weggehen. Ziemlich schnell ist uns aber dann so ein Typ dermaßen auf die Nerven gegangen (Er stand vor uns und hat uns belabert. Dann sind wir tanzen gegangen; er auch…), dass wir uns für einen Location-Wechsel entschieden.

Wir gingen über die Straße und waren in einer Art Guesthouse-Disko. Der Typ folgte uns wieder und wir sagten ihm dass wir alleine gehen wollten. Dann erklärten wir ihm, dass "alleine" bedeutet „ohne ihn“. Auch das half nichts. Wir setzten uns an einen Tisch mit zwei Stühlen, der im Garten neben der Bar stand. Er holte einen dritten Stuhl. Da haben wir ihn noch nachdrücklicher aufgefordert zu gehen. Er ging. Wirklich unglaublich. Ein paar Mädels kamen an: „Hey, kaufst Du mir ein Bier?“ Dann noch ein Typ. Wir tranken standhaft unser Getränk (Cocacola ohne Koffein=)) aus und da der Club eh schon bald zu machte, gingen wir heim.

Fotos haben wir leider keine vom Weggehen, da wir uns vorsichtshalber „beklaufertig“ gemacht hatten. Außer ein paar Birr (hier die Währung) waren unsere Taschen leer.

 Fabi

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