Montag, 18. Juli 2011

18.07.2011 – Beachboys und unser Besuch im SOS Kinderdorf


Heute sollte unser Entspannungstag werden, vor der Rückfahrt in den Senegal. Einmal noch Strand. Das wird es danach lange nicht mehr geben (Äthiopien hat kein Meer, Sambia auch nicht).

So sind wir also losgefahren mit einem kleinen Bustaxi zum Strand. Hier sieht alles gleich viel touristischer aus. Allerdings eher mittelhübsch.
Ein Fluss durch Serrekunda. Wie schon öfter: Mit Umwelt ist hier nicht so...
...mit Straße auch nicht =)
Unser Frühstücksrestaurant hatte ein wenig was von einer Sportsbar und die Verpflegung mit Pommes auf dem Sandwich war eher so naja.
Frühstück
Weiter am Strand, ähnliches Bild. Es liegt ziemlich viel Müll rum und wir sehen etwas von dem wir schon etwas gehört aber es noch nie gesehen hatten. Die Beach Boys.
Alt und jung, gut und weniger gutaussehend. So nennt man hier die schwarzen Männer, die zumeist recht alte, abgewrackte und nicht besonders hübsche weiße Damen hofieren. Natürlich dabei immer im Blick: Deren Brieftasche.

Viele Leute betrachten das sehr argwöhnisch und ich muss zugeben für mich war das zunächst auch ein seltsamer Anblick. Andererseits muss man sagen, dass so was für Männer schon ziemlich lange so praktiziert wird, das ist nur anerkannter.

Aufgrund der Nebensaison waren wir also fast allein mit den Turtelnden und legten uns auch auf ein paar Liegen.

Später flüchteten wir vor einen herannahenden Sturzregen nach drinnen.
Am späteren Nachmittag machten wir uns dann schließlich wieder auf den Rückweg. Beim Supermarkt wollten wir uns noch ein paar Kleinigkeiten besorgen und stießen dabei auf die wohl einzige Käsetheke des Senegal. Also haben wir uns ein bisschen leckeren Schweizer Käse gekauft.

Importiert und voll teuer, aber hmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmm !!!
Sowas kriegt man hier sonst nicht.
Geniiiiiiiiiießen
Auch Schoki-Kekse gekauft...anders als erwartet

Zurück nahmen wir wieder den Minibus. Phänomen hier: Der Bus wird besonders auf weitere Entfernung mit wildem Winken und lautem Schreien angehalten. Sollte der Fahrer einen nicht bemerken, wird die Botschaft von Passanten weitergetragen bis der Bus anhält. Total cool, in Deutschland würde so was nicht funktionieren. Hier sind die Leute in diesen Dingen sehr aufmerksam und helfen sofort.

Auf dem Rückweg kamen wir an ein paar Schildern von „SOS-Kinderdörfern“ vorbei. Die ganze Straße entlang gab es verschiedene Einrichtungen von SOS. So was wollten wir uns mal anschauen. Ich war noch nie in einem SOS-Kinderdorf. Einfach mal klingeln.
Bald fanden wir jemanden. Der Chef vom Youth-Village (so heißt der Bereich für die Jugendlichen zwischen 14 und 20 Jahren) führte uns rum. Total interessant, der Großteil der Einrichtungen war für die Bildung da und zwar nicht nur für SOS-Waisen sondern für alle aus der Umgebung. Eine Grundschule, Weiterführende Schule, ein Ausbildungsbetrieb für verschiedene Berufe, eine Highschool. „Waisen“ (es müssen nicht zwangsläufig Waisen sein, wenn eine Familie ein Kind nicht mehr versorgen kann geht das z.B. auch) werden nur bis zum 5ten Lebensjahr genommen. Wenn sie älter sind geht das nicht mehr, weil „viele dann Ärger machen“.
Die Unterkünfte der Jugendlichen
Die Kleinen werden in 6er bis 10er Gruppen mit einer„Mutter“ die sich Tag und Nacht um sie kümmert (ein Vollzeitjob also) in einem Haus untergebracht bis sie 13 sind. Die Mädchen bleiben dann weiter bei den Müttern wohnen und helfen, die Jungs kommen ins Youth Village. „Die Trennung muss sein, sonst gibt’s hier noch mehr Babies.“

Zur Schule können alle und je nach Noten kann man dann weiter machen oder man macht eine Ausbildung, z.B. zum Automechaniker. Eigentlich genauso wie bei uns. Wer richtig gut ist kann auch auf die Uni, sogar in Europa.
Die Ausbildungswerkstätten
Als unsere kleine Führung zu ende war und uns auch die Fragen ausgegangen waren, gingen wir wieder heim.

Beim Abendessen haben wir noch die kleine Tochter des Besitzers von unserem Stammlokal kennen gelernt und mit ihr Pferderennen gespielt. Süß =)
Afrika: Um von vorbeifahrenden Autos die durch die Pfütze am Straßenrand fahren nicht nass gespritzt zu werden, legt man einfach einen großen Stein mitten auf die Straße vor der Pfütze. Dann müßen die Autos ausweichen und fahren nicht durch...manch schaffen das mit dem Ausweichen halt nicht.

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