Dienstag, 5. Juli 2011

05.07.2011 – Dakar I - AFRIKA und Sibi da

Trala Li Trala La, heute geht’s nach Afrika!

Um 4:00 Uhr aufgestanden, pünktlich parat am Flughafen, eingecheckt, Flug erwischt… …Was sollte da noch schief gehen? Keine Angst, wir sind nicht abgestürzt=) Ihr lest ja diesen Blog. Es geht heute nach Dakar, die Hauptstadt Senegals, Westafrika.
Bye, bye Kap Verden
In Dakar angekommen und noch im Flugzeug sitzend haben wir gesehen, dass mein Rucksack nicht auf den Gepäckwagen geladen wurde. Wir haben also Polizisten, Leute, die Englisch sprechen und Flughafenpersonal auf unsere Vermutung aufmerksam gemacht. Einer der Mitarbeiter hat uns dann vom Terminal über die Rollbahn zurück zum Flugzeug gefahren. Wir durften sogar einen Blick in den Gepäckraum des Flugzeugs werfen. Es wurde traurige Gewissheit – mein Rucksack war nicht da.
Der Flughafen Dakar ist mit so ziemlich gar nichts ausgestattet. Überall Baustelle, keine einzige Sitzgelegenheit, die nicht in einem Restaurant ist, die Wände sehen aus wie Pappe, Löcher haben sie außerdem. Aber das macht nichts, da der wichtigste Teil allem Anschein nach die Gepäckreklamationsstelle ist. Durch einen schmalen Gang, der neben der Frauentoilette beginnt, gelangten wir dorthin. Hundert wenn nicht 200 Koffer und Taschen standen vor einem kleinen Büro. Es waren schon Leute vor uns da - vom gleichen Flug. Diese Fluggesellschaft, die uns ja schon im Vorfeld Freude bereitet hatte, hat auch noch die Gepäckkoordination verkackt.

Es gab drei Möglichkeiten, wo sich der Rucksack befindert:
(1) Er wurde geklaut und ist irgendwo. (Davon wollten wir aber erstmal nicht ausgehen)
(2) Er ist mit unserem Flieger weiter nach Guinea-Bissau geflogen, der um 14:30 Uhr wieder in Dakar ankommen sollte.
(3) Er ist noch in Praia. Der nächste Flug kommt erst später oder morgen oder so.

Das war unser Kenntnisstand.

„Um 14:30 Uhr könnt ihr wieder kommen. Hier hast du ein Survival-Kit mit dem Nötigsten!“ Ziemlich witzig ist, dass dieses Survival-Kit hochprofessionell ist (es ist nicht von der Fluggesellschaft!-)). Es enthält Zahnbürste und Zahnpasta, Rasierer und Schaum, Ohrstöpsel und Ohrputzstäbchen und ein T-Shirt. Alles ist platzsparend verpackt. Nicht schlecht! So was lohnt sich wohl hier; die ganzen Koffer sprechen ebenfalls für diese Theorie…=)

Die sich daraus ergebenden 2,5 Stunden haben wir in der Bar des Flughafens verbracht und waren pünktlich zurück. „Euer Gepäck könnt ihr um 19:00 Uhr holen.“ Das klang verbindlich, aber wer weiß…
Unser Aufenthaltsraum
Toilette Flughafen Dakar
Wir haben nicht am Flughafen gewartet, sondern sind in die Stadt gefahren, ein Hostel suchen. Siba war so cool, dass sie uns angerufen und Hotelnamen und -preise durchgegeben hat. Ungefähr acht Leute belaberten uns von allen Seiten, fassten uns an und zerrissen fast den Zettel, auf dem die Hotels standen.
Die Taxifahrer stritten und zankten, wer uns denn jetzt fahren kann. Wir wollten einsteigen, ein anderer Taxifahrer verhinderte das, indem er die Tür zuhielt und sich dazwischen stellte. Wahnsinn, wie sich die das Leben gegenseitig schwer machen und das auf so unschöne Art. Wir sind einfach weiter gegangen. Einer willigte auf mein, wie sich später herausstellte, eigentlich zu geringes Gebot für den Fahrpreis ein.
Ich: „Zum „Chez Mizar“ - so der Name des Hotels - für 2000 Franc?“
Fahrer: „Ja!“

Der Fahrer telefonierte und gab mir dann sein Handy. Der Manager oder Mitarbeiter des „Chez Mizar“ wollte mich sprechen. Der Mann am anderen Ende der Leitung erklärte mir, dass das Hotel leider voll sei. Wir haben den Trick durchschaut. Der Mann war ein Freund, Bekannter, Verwandter oder sonst was des Fahrers. Er sollte uns sagen, dass das Hotel voll ist, damit unser Fahrer uns hilfsbereiterweise zu einem anderen Hotel bringen kann, bei dem er was verdient (Provision). Deswegen haben wir bestimmt auch den günstigeren Preis bekommen. Doch sein Plan ging nicht auf. Wir bestanden darauf, dass er uns zum „Chez Mizar“ bringt.

Wir fuhren und fuhren und fuhren. Das passte mit dem Fahrgeld nicht zusammen. Was könnte der Fahrer noch geplant haben? Im schlimmsten Fall hat er vor, uns in seine Gegend zu fahren, dort festzuhalten und auszurauben. Man muss mit allem rechnen. Arne und ich vereinbarten, dass wir aussteigen, sobald sich die Gegend negativ verändert. Wenn er nicht anhält, ziehe ich die Handbremse.Der Notfallplan stand.

Zum Glück passierte nichts dergleichen. Unser Hotel kannte der Fahrer nicht, nur die Nummer des Managers=)!!! Er hat uns dann vor einem anderen Hotel rausgelassen. Wir waren froh, dass wir wohlbehalten im Stadtzentrum angekommen sind und stiegen aus. Dann wollte der Fahrer noch mehr Geld. Hat ja nicht geklappt mit seinem Hotel. Wir gaben ihm natürlich genau das Vereinbarte. Wenn man’s genau nimmt, hätten wir nicht mal das zahlen sollen; wir waren ja nicht beim „Chez Mizar“.

Wir fragten einen Mann, ob er ein günstiges Hostel wisse und er brachte uns zu einem. Es ist sehr schön und erschwinglich. Endlich angekommen! =) Dakar ist nämlich eigentlich sehr teuer – vor allem Hotels. Man denkt immer, dass Afrika so günstig ist, weil die Leute arm sind. Senegal oder zumindest Dakar ist aber weitaus teurer als so manches Land in Südamerika. Der gleiche Mann, der uns das Hotel gezeigt hat, hat uns dann noch zu einem leckeren Restaurant geführt. Als Gegenzug wollten wir morgen eigentlich in seinem Laden vorbeischauen; da wollte auch er Geld. Ich gab ihm ein bisschen was, das war ihm zu wenig. Um Diskussionen zu vermeiden, gab ich ihm dann mehr. Das mit seinem Shop haben wir allerdings gestrichen.
Man wird auf der Straße ständig angelabert und wenn man freundlich antwortet, bringt man seinen Gesprächspartner nicht mehr los. Einem antworteten wir, dass wir ein Begrüßungsbier für die Sibi kaufen wollten. Er brachte uns zu einem Laden und wir kauften Bier. Dann sind wir noch in einen Supermarkt gegangen. Er folgte uns Reihe für Reihe, Regal für Regal. Wir haben ihn dann abschütteln können, als wir in ein Taxi zum Flughafen gestiegen sind, um Siba und auch meinen Rucksack abzuholen. Hoffentlich sind beide da!

Den Rucksack bekam ich tatsächlich recht schnell. Dann habe ich dem Arne noch ein bisschen Schafkopfen, ein bayerisches Kartenspiel, beigebracht und schon war die Siba da. Yeah, alles hat ohne weitere Umstände geklappt. Wir haben uns auf einen Gehsteig gesetzt, das Bier gesüffelt, erzählt und Kekse geknabbert. Welcome back, Sibi. Ein Insider: „Sibi is back, sie hat kein’ Dreck am Stecken, sie’s am Checken, wo sie wohnt!“

Dann ging’s auch bald schon wieder heim und schnell ins Bett. Ein anstrengender Tag. Gute Nacht.

Fabi

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