Samstag, 16. Juli 2011

16.07.2011 – Gambia III: Alte Bräuche und seltene Früchte

Heute brechen wir auf zur Atlantikküste. Vor uns liegen ca. 140 km Weg entlang des Gambia-River. Nach dem Frühstück…mittelmäßiges Omlett mit vielen Zwiebeln und ohne weitere Zwischenfälle, schnappten wir uns ein „Bus-Taxi“ (das sind so große Vans für 20-30 Personen) nach Serrekunda. Serrekunda ist mit 300.000 Einwohnern die größte Stadt in Gambia und liegt direkt neben der Hauptstadt Banjul, die nur ein Zehntel der Einwohner Serrekundas hat.

Der Bus fuhr sofort los und alles klappte wie am Schnürchen. Kurz nach dem Ortsausgang jedoch wurde am Fluss angehalten. Eine Dame Mitte Dreißig sprang aus dem Bus und hetzte durch die Mittagshitze eine lange Landbrücke in den Fluß hinein. Doch blieb sie kurz, dann drehte sie um, keuchte zurück und stieg wieder ein.

„Die Schwester hat gerade frisch geheiratet und wenn man beim ersten Überqueren danach keinen Reis in den Fluss wirft, dann hält die Ehe nicht.“

Das ist hier Tradition. Gut eigentlich hätte die Frischverheiratete den Reis selbst werfen müssen, aber bei der Gluthitze nimmt man es mit der Tradition nicht so genau und da kann das auch die Schwester erledigen.

Wir waren also mit einer Hochzeitsgesellschaft zusammen auf dem Rückweg.
Es ging über Stock und Stein eine breite aber sehr staubige Erdstraße entlang immer weiter Richtung Westen. Bald war der fiese rote Staub überall. Auf den Taschen, der schweißnassen Haut, in den Ohren, in der Nase. Etwa die Hälfte der Streck verlief so, nur unterbrochen von regelmäßigen Polizei und Militärkontrollen. Auf einer Strecke von etwa 80 km von Soma aus westwärts wurden wir 7x kontolliert. Gambias Präsident war früher Soldat und hat sich danach zum Praesidenten waehlen lassen.

„Hier biegt die Straße ein zum Dorf des Präsidenten.“
Wir schauen eine hübsche Teerstraße entlang.

Von da an bis zur Hauptstadt war dann auch unsere Straße asphaltiert…und die Soldaten besser ausgerüstet.
Draussen regnets in Stroemen - aaarmer Fabi
Auf dem Weg haben unsere Mitfahrer noch ein paar Früchte am Wegesrand gekauft und einen Milchfahrer auch auf einem Fahrrad lautstark bedrängt ihnen doch 1-2 Kanister von seiner Milch zu verkaufen die er hinten mit viel Tauwerk auf sein Fahrrad geschnürt hatte.

Die Früchte sahen zunächst sehr schrumplig aus aber das interessante war wohl das innere. Das sah aus wie Knoblauchzehen mit Matsch außen rum und schmeckte (wir durften probieren) leicht sauer. Das ist zum erfrischen. Gar nicht mal schlecht, aber die Anderen konsumierten das massenweise. Wir beließen es bei einem pro Person.

Angekommen in Serrekunda suchten wir uns eine günstige Unterkunft, ein etwas heruntergekommenes Motel. 
Unser schickes Motel
Ein sehr netter Nigerianer hatte uns beim Suchen geholfen. Auch er ist hier Ausländer und kennt die Probleme.

Beim Abendessen wurde uns noch erklärt, dass es hier einen Krokodilpool zu  besichtigen gäbe. Super da müssen wir hin.

In einem Internetcafe hatte Fabi dann noch ein paar Kids für Googlemaps begeistert (der kann das einfach :) ).
Danach ließen wir uns nur noch von unserem Hotelbesitzer schocken, der uns überzeugend erklären wollte, dass man auf CFA-Franc Scheine (die Währung die auch im Senegal gilt und mit der wir schon die ganze Zeit bezahlt hatten) immer 5x soviel drauf druckt als sie eigentlich wert sind.

„Jaja das ist kompliziert mit den Franc. 5.000 sind eigentlich 1.000 und 20.000 sind eigentlich 4.000. Die machen das halt so“

Am Ende hat er sie aber doch noch genommen 8)

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