Wir sind extra früh aufgestanden, damit wir nicht zu spät in Dakar ankommen, eventuell noch waschen können und der Arne der Siba zum Geburtstag gratulieren kann. Übermorgen fliegen wir nach Äthiopien. Ein Tag Puffer für alle Fälle ist da nie schlecht und außerdem wollen wir morgen bei einer Nichtregierungsorganisation vorbeischauen, Helen Keller International. Die zurückzulegende Strecke war die von der Küste Gambias nach Dakar, in etwa 300 km.
Ohne große Zwischenfälle kamen wir bei der Fähre an, die Personen und Autos auf die andere Seite des Gambia-Rivers bringt. Doch diese ließ auf sich warten. Irgendwann kam dann eine, Leute und Autos gingen von Board und die Fähre fuhr leer davon. Hmmm… Weiter warten. Irgendwann kam dann ein Mann, der uns anbot, dass wir in einem privaten Fahrzeug, angeblich einem Botschaftswagen, mitfahren könnten. Wir willigten ein, denn wir ersparten uns einmal Umsteigen und wahrscheinlich ist es wesentlich bequemer.Auf der übernächsten Fähre waren wir dann auch mit von der Partie.
Unser Fahrer hat früher als Fahrer für die lybische Botschaft gearbeitet und hatte einen älteren, aber gut intakten Mercedes, den er in Deutschland gekauft hatte. Dann hatten wir noch zwei Reisegefährtinnen, eine schon länger erwachsene Tochter und ihre Mutter. Die Mädels wollten gleich am Anfang, dass wir für sie Schuhe mit über die Grenze nehmen. Damenschuhe in Gambia zu kaufen ist wohl sehr beliebt, da sie dort billiger sind, man darf jedoch nur zwei Paar pro Person mitnehmen. Sie hatten 10 Paar (!) und wollten uns 4 aufdrücken, damit sie nicht so viel zu verzollen hatten. An der Grenze angekommen erledigten wir die Aus- und Einreise und waren fertig zur Weiterfahrt. Die Damen waren mindestens eine halbe Stunde beim Zoll und unser Fahrer verdrehte schon die Augen. Sie haben uns nicht noch mal auf das Mitnehmen angesprochen.
Nach der Grenze wurde unser Fahrer ein paar Mal kontrolliert, vermutlich weil er Gambier war und nicht Senegalese. Zwischen den Ländern gibt’s immer so ein bisschen Muskelspielereien. Bei einer Kontrolle wurde unser Gepäck durchsucht. Mit unseren Rucksäcken waren sie recht schnell fertig, doch mit unseren Damen sollte es einige Zeit dauern. Es stellte sich nämlich heraus, dass die beiden nur fünf Paar Schuhe anmeldeten. Sie diskutierten und schimpften mit den Beamten, obwohl sie mit einer auch für den Senegal geringen Strafe von 9 € davonkamen. Unser Fahrer wurde immer ungeduldiger und sagte den Frauen, dass das das letzte Mal sei, das er wartete. Langsam verdrehten auch wir die Augen.
Irgendwann saßen alle wieder im Auto, wir fuhren, Mutter und Tochter waren dabei, ihre Taschen zu durchsuchen. „Halt, wir finden den Zollzettel nicht mehr! Bitte umdrehen!“ Wir drehten tatsächlich noch einmal um. „Ah, da ist er ja.“ Und wieder in die andere, ursprüngliche Richtung.
Bei dieser Kontrolle wurde die Funktionalität unseres Autos durchsucht. Dazu gehörte der Test diverser Lichter und wir mussten die Existenz eines Feuerlöschers nachweisen! Hatten wir aber. Das Fahrzeug gehört zu den modernsten und wohl auch sichersten Autos, die ich seit zwei Wochen gesehen habe. Aber unser Fahrer war aus dem Nachbarland, was er auch hier zu spüren bekam. Dieser Laster durfte hingegen passieren (Vielleicht war das Bremslicht neu=)):
Bald wurde die Straße immer schlechter, doch unser Fahrer hat weiter Gas gegeben. Das Auto hat die Unebenheiten gut geschluckt bis wir irgendwann die eigentliche Straße verließen und einen parallelen Feldweg nahmen. Das macht man oft hier, denn die Feldwege haben meistens weniger Schlaglöcher. Unser Feldweg war aber auch nicht viel besser als die Straße. In einer riesigen Pfütze, in die wir mit der einen Seite des Autos hinein fuhren, passierte es: Der Auspuff wurde getroffen und klapperte. Der Fahrer montierte ihn daraufhin so schnell ab, als würde er das beruflich machen. Es ging weiter bis nach Kaolack, wo unsere Kiste repariert wurde. Danach verlief alles wie am Schnürchen und wir kamen um 22:00 Uhr unversehrt in Dakar an.
Wir nahmen ein Taxi und fuhren zu unserem altbewährten Frühstücksrestaurant, das auch jetzt noch geöffnet hatte. Dort aßen wir Burger und belegte Baguettes und trafen Markus. Markus ist 25 Jahre alt und arbeitet seit sieben Monaten in Dakar als Manager einer Fischfabrik. Wir haben uns nett unterhalten über die Entwicklung Afrikas, seine Erfahrungen mit den Mitarbeitern und deren Mentalität. Sehr spannend. Jetzt war’s 2:00Uhr und wir hundemüde. Gute Nacht.
Fabi
PS: Die heutigen Verkehrsmittel im Überblick: Taxi, Taxi, Kleinbus, Taxi, Fähre, „Mitfahrgelegenheits“-Auto, Taxi.
PS: Die heutigen Verkehrsmittel im Überblick: Taxi, Taxi, Kleinbus, Taxi, Fähre, „Mitfahrgelegenheits“-Auto, Taxi.
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