
Der Tag fing unglaublich langwierig an. Wir brauchten Geld, bisher sind wir auf unserer Gambia-Reise nämlich noch in keiner Ortschaft mit Geldautomat gewesen. Wir konnten uns aber mit unseren restlichen westafrikanischen Francs (CFA) durchschlagen, der Währung, die unter anderem im Senegal Verwendung findet. Franc CFA werden in Gambia überall genommen, manchmal bekommt man nur einen etwas schlechteren Kurs. Doch heute war der Zeitpunkt gekommen, an dem wir auch über keine ausreichenden Reserven an Franc CFA mehr verfügten. Wir suchten also einen Automaten, was sich als alles andere als einfach herausstellte. Resultate bei den Automaten: Kaputt, unsere Karten werden nicht akzeptiert, „nicht in Betrieb, weil Sonntag“?!?, und ein ganz besonderer Grund: An einem Geldautomaten hing etwa folgendes Schild: Bitte nur 75 € auf einmal abheben. Wir danken dem Mann, der vor uns wohl 100 € abgehoben hat. Also weiterlaufen. Es müssen 15-20 Automaten gewesen sein, die wir ausprobierten. Nach zwei Stunden fand die unfreiwillige Stadttour dann doch ein Ende.
 |
| Die Umgebung und der Innenhof unseres Hostels |
 |
| Africell erobert den gambischen Markt. Die ganze Straße runter waren Plakate, an jeder Laterne. |
 |
| Kerosin gefällig? |
 |
| Das schaut aus... alles Mögliche schmimmt hier auf jeden Fall mit. |
Mit frischem Reichtum in der Tasche haben wir uns dann gleich mal ein Taxi geleistet – zum Crocodile Pool. In einem relativ kleinen Tümpel leben hier ungefähr 100 Krokodile. Und das Tolle/Kranke: sie laufen frei rum, wo die Besucher sind. Das ist mal krass.
Da stehst Du vor so einem Ding und es schaut Dich an – Auge in Auge. 8 Meter Bestie mit der geballten Kraft der Wildnis, Zähne, die dich wissen lassen, warum diese Spezies Abermillionen Jahre überlebt hat. Eine Bewegung und es schnappt zu. Von rechts hinten naht ein weiteres. Du gehst auf das erste zu, bändigst sein furchteinflößendes Maul und zeigst ihm, dass Du die Hosen anhast. Dann das nächste. Bis wir sämtliche dieser Monstermaschinen unter Kontrolle hatten vergingen mindestens 10 Min.


Naja, es war fast so. Man ist tatsächlich direkt bei den Krokodilen. Kein Zaun, nichts. Die Tiere sind maximal 2 Meter lang, was allerdings auch schon beeindruckend ist, wenn man ganz nah daneben steht. Man kann die Krokodile sogar anfassen und streicheln. Dabei steht natürlich immer einer der Mitarbeiter daneben und man stellt sich hinter das Krokodil. Ganz oben sind sie so hart, wie ich mir das vorgestellt habe. An den Seiten und vor allem an den Beinen sind sie ganz weich. Tolles Gefühl, da kann man so ein bisschen rumkneten. Doch warum greifen sie einen nicht an? Vor allem, wenn einer nach dem anderen an ihnen rumfummelt? Sie bekommen jeden Tag in der Früh Fisch. Jedes 2 Kilo. Wir hatten Glück und die Fütterung hat heute auch unser Streichelzoo-Tierchen erreicht.
 |
| Bisher waren alle schwarz..., jetzt sind wir bei einer Touri-Attraktion. |
 |
| Das weltberühmte Zwergenkrokodil |
 |
| Noch ein gaaaaanz Kleines |
 |
| Und da sind noch ganz viele mehr drin=) |
Ein kleines Museum war auch noch angeschlossen, wo ein wenig gambische Geschichte, diverse Instrumente und traditionelle Jujus ausgestellt waren.
 |
| Im Museum |
|
Ein Juju ist ein Gegenstand, der bei entsprechender Verwendung magische Kräfte haben soll.
Hier ein eher negativeres Modell.
 |
| Der, auf den gezeigt wird, stirbt. |
 |
| Diverse Jujus |
Es gab aber beispielsweise auch ein Juju, mit dessen Hilfe man das Herz seiner Angebeteten zu gewinnen versucht.
Nach unserem Nahtoderlebnis sind wir nach Banjul gefahren, der Hauptstadt Gambias. Für mich – und da bin ich wahrscheinlich nicht alleine - ist das die erste Hauptstadt, deren Besichtigung in etwa 3 Stunden durchaus zufriedenstellend abgehakt werden kann. Das 35.000 Einwohner Nest ist am Sonntag wie ausgestorben. Wir mussten zum Beispiel mehrere Leute fragen bis wir ein Restaurant fanden, das heute geöffnet hatte.
 |
| Das ist, wie wenn bei uns die Telekom "Alles Gute, Angela!"-Plakate aufhängt. Man sieht: Africell erobert den Markt. |
 |
| Ein Teekochofen |
Als wir dann beim Essen saßen, wurden zwei Halbstarke in ihrer Diskussion immer vehementer. Dann ging’s los. Sie kloppten sich direkt hinter mir und schnell war die Schlägerei auf die Straße verlagert. Eine Frau haute einen der Streithälse mit irgendeinem Gegenstand, eine andere bewaffnete sich mit einem Stuhl. Es ging ein bisschen hin und her, doch bald beruhigten sich alle wieder.
Interessant und unerwartet groß war jedoch der Markt der Stadt. Hier verbrachten wir etwa 2 Stunden der Zeit. Wir verhandelten den Preis von kleinen Souvenirs und Duschgel. (Ja, auch das ist nötig; das Anfangsgebot des Händlers war sechs Mal so hoch wie der Endpreis!) Nach dem erfolgreichen Einkaufsbummel sind wir zurück zu unserem Hostel gefahren und haben im gleichen Restaurant wie gestern das gleiche wie gestern gegessen: Hühnchen mit Spaghetti und Zwiebelsoße. Lecker war’s jedenfalls=)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen