Sonntag, 18. September 2011

18.09.2011 – Sipi Falls : Glittschige Hänge und andere Gefahren

Der erste Weg ging zur Toilette.
Unser Klo mit Blick auf die Wasserfälle
Nachdem dieser Schritt erfolgreich überstanden war, widmeten wir uns dem Frühstück. Unser Wanderguide für heute wartete schon sehnsüchtig. Mit einem Stück Eierrolle im Mund (hier wird das Gericht kurz „Rolex“ genannt; wer grinst hat’s verstanden) fragte ich ihn schon mal aus wie wir von hier nach Kenia kommen und er zerstörte alsbald meine Hoffnung, das über den nahen Grenzübergang zu schaffen.

„Da braucht ihr Stunden und ich bin da schon mal mit dem Motorrad stecken geblieben…oh und die Brücke ist kurz vor dem Einstürzen.“

Naja…

Wir begaben uns erstmal auf unsere Wanderung. Etwa 4 Stunden sollte es durch die Berglandschaft über Stock und Stein gehen, von einem Wasserfall zum nächsten. Die Sipi-Falls sind nämlich eigentlich 3 Wasserfälle, der höchste davon etwa 100 m hoch.

Die Schaukel in unserem Hostelgarten =)
Durch kleine Dörfchen, Wälder und Felder ging es immer bergauf bis zum ersten Wasserfall. Der Boden war vom Dauerregen am Vortag noch total aufgeweicht und der Weg sah entsprechend aus. Unser Führer hatte uns gleich am Anfang mit Wanderstöcken ausgestattet. Die sind total super =)
Hier haben wir super Erdnüsse gekriegt, noch ganz heiß =)
Man kann damit über Matschlöcher springen, an glatten Hängen gehen, sich bergab abstützen und Kühe damit verjagen.
Der erste Wasserfall
Es war zwar neblig aber die Landschaft hier ist einfach wunderschön. Beim zweiten Wasserfall gab es auch eine Höhle direkt hinter dem fallenden Wasser =)
Der zweite Wasserfall
In der Höhle kann direkt hinter dem fallenden Wasser stehen
Wir kehrten zwischendurch kurz ein und machten uns dann auf zum Letzten. 

Wir stiegen steile Hänge hinab und ich lernte mich gegen wilde Ameisen zur Wehr zu setzen.
Killerameisen
Der dritte Wasserfall, der ganz hohe :)
Ameisen in der Hose...
Eine von den Lodges, superhübsch
Von dort wieder heim gekehrt überlegten wir uns ob wir schon heute aufbrechen sollten, es war gerade erst der Nachmittag angebrochen. Wir entschieden uns loszuziehen uns einfach mal zu sehen wie weit wir kamen.
[Hier gab der Akku seinen Geist auf, bitte vorstellen =) ]

Zunächst mussten wir zur Hauptstraße die 12 km entfernt den Berg runter lag und weiter oben fuhren keine Busse. Wir organisierten uns also ein Moto-Taxi. Ein eifriger junger Kerl meinte wir bekämen die 4 Rücksäcke + 3 Personen schon auf sein winziges Made-in-China-Motorrad. Dann ging es los den Berg runter.

Falls meine Kinder das eines Tages lesen sollten: Macht das nicht! Das ist voll der Scheiß und total gefährlich! Und das schreibe ich hier 4 Tage nachdem ich’s gemacht hab! …fragt mich wenigstens vorher, okay?

Unten angekommen stiegen wir in den Bus nach Kabale. Gegen 5 Nachmittags kamen wir dort an und erfuhren, dass genau um diese Uhrzeit die letzten Busse Richtung Nairobi (das ist die Hauptstadt von Kenia) starten. Unser nächstes Ziel, der Hellsgate National Park, lag genau auf dem Weg.

Wir entschieden uns also gleich einen der Busse zu schnappen und holperten bald weiter Richtung Kenia.

An der Grenze hauten wir unsere letzten Uganda-Schillings für jede Menge Bananen und Samosas als Abendessenersatz auf den Kopf.

20 km hinter der Grenze: Polizeikontrolle

Der ganze Bus musste aussteigen und sich wie Schulkinder in kleine Reihen aufstellen. Jeder wurde scharf gemustert. Manchmal bin ich einfach froh, dass es so was bei uns nicht gibt…

Als wir das hinter uns hatten, brausten wir durch die Nacht weiter Richtung Nairobi. Ich hätte ja nicht gedacht, dass wir am selben Tag noch so weit kommen. Aber so ist es wohl manchmal in Afrika – manchmal klappt einfach alles wie am Schnürchen und manchmal überhaupt nicht – beides ganz selbstverständlich.

Ich hatte zum Schlafen einen gemütlichen Platz ganz hinten zugewiesen bekommen, doch die regelmäßigen Speedbumper ließen tiefe Träume im wahrsten Sinne nicht zu.

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