Donnerstag, 15. September 2011

15.09.2011 – Kampala II: Tag der Weltreligionen

Das Frühstück haben wir heute vorbestellt. Das erspart einem hier viel wertvolle Lebenszeit=) Der Kellner wird sogar zu unserem Zimmer kommen und uns Bescheid sagen. Wow.

Und siehe da: Alles wie bestellt auf einem Tisch mit Reservier-Schildchen.
Der beruehmte Wassermelonen-Saft, frisch!
Nachdem wir auch den letzten Krümel verputzt hatten, packten wir noch unser restliches Zeug zusammen und stellten fest, dass die Regenschutzhülle von meinem Rucksack gerissen war. Da hilft nur eine Generalüberholung: Feuchtes Reinigen der betroffenen Stelle, Trocknen und eine abschließende Behandlung mit Panzertape.

Und da ich die Hülle in Zukunft wohl nicht mehr verwenden werde, hat sie eine Aufschrift bekommen. „Mzungu“ heißt „Weißer“ (in ziemlich vielen Ländern hier).
Und es ging los. Hier ein paar erste Eindrücke von der Stadt:
Wir haben uns für unsere Stadtbesichtigung einige Stationen rausgesucht. Noch vor der ersten kamen wir bei einer Mikrofinanzbank vorbei (Mikrofinanz war das Thema meiner Bachelorarbeit, deshalb das Interesse) und haben mal reingeschaut. Es war eine recht moderne Bankfiliale mit Fernsehern für die Leute, die warten, und Rezeption. Dort fragten wir nach einem Jahresbericht oder Ähnlichem. Das konnte mir die gute Frau aber nicht geben. Sie könnte uns vielleicht zu ihrem Chef bringen. Das hätte jedoch dauern können und wir hatten ja viel vor; also zogen wir weiter.
Zu einem hinduistischen Tempel – das hatten wir noch nicht auf unserer Reise. Nachdem wir die Schuhe ausgezogen hatten, konnten wir eintreten. Drei Männer saßen im Tempel auf dem Boden und fertigten eine Art Armbänder (ich glaube als Gabe für die Göttter) an. Einer erzählte uns, dass die Materialien für den Bau des Tempels von weit her kamen, vieles aus Indien. 


In der Naehe des Temepls
Besonders aufgefallen ist uns ein wahrscheinlich nicht ursprünglich für heilig gehaltenes Objekt: Die automatische Trommelmaschine: =)
Nach dem Hinduismus kamen wir zum Islam. Doch zuerst mussten wir durch den wohl gedrängtesten stressigsten Teil der Stadt. Der Busbahnhof ist vollgestopft, genauso wie alle anliegenden Straßen. Leute über Leute, Geschäfte von denen vor lauter Waren nichts mehr zu sehen war. Das haben wir in diesem Ausmaß noch nicht gesehen.
Busbahnhof
Ausserhalb (!) des Busbahnhofs (nur eine Seite, die andere schaut aehnlich aus)
Das ist vergleichsweise viel Platz...
Irgendwann kamen wir zur Gaddafi-Mosche. Naja, wir waren auch schon im Robert Mugabe Crescent. Ein Sicherheitsmann führte uns ein bisschen umher und zeigte uns, wo die Männer und wo die Frauen beten. Es gibt diese Trennung, damit die Männer nicht ständig abgelenkt werden und sich völlig auf die Religion konzentrieren können.



Wir waren schon ein Stückchen gelaufen heute und engagierten uns für den weiteren Weg ein Motorrad-Taxi. Wir fuhren zuerst zu einer evangelischen Kathedrale, die auf dem Gipfel einer der sieben Hügel der Stadt erbaut wurde. 

Es war gerade Hochzeitsprobe oder so im Gange.
Unser Fahrer wartete eine viertel Stunde und wir fuhren weiter zu einer anderen Kathedrale. Sie steht auf einem anderen Hügel und ist katholisch.
Fahrer beim Warten=)
Jetzt fehlt uns noch Judentum und Buddhismus und vielleicht noch Taoismus, aber das schaffen wir heute nicht mehr. Wir wollen nämlich noch weiter fahren nach Jinja, wo die Quelle des weißen Nils zu finden ist.
Wir ließen uns von unserem Chauffeur nach Hause fahren. Die ganze Tour kostete 3 Euro, diese Motorrad Taxis sind gerade bei dem Verkehr eine super Erfindung. Die Fahrer fahren ziemlich moderat und man passt ohne Probleme zu Dritt auf das Gefährt. Motorrad für Zwei ist Kindergarten.

Wieder im Guest House aßen wir noch zu Mittag, packten unsere Rucksäcke ein und ließen uns schleunigst zum Busbahnhof fahren, denn es drohte ein heftiger Regen.

Im Moment als es wie aus Eimern zu schütten begann, stiegen wir in unseren Minibus.

Als wir in unserem Hotel in Jinja ankamen, war es schon dunkel. Im Hotel war es auch nicht heller, denn es war Stromausfall. Es wird sich herausstellen, dass das das Hotel unserer bisherigen Reise sein wird, in dem wir am wenigsten Strom hatten.

Wir gingen in ein Internetcafe mit Generator, das alle seine 16 Computer besetzt hatte. Es gab sogar drei Leute, die warteten. Der Generator lohnt sich bestimmt. Da ich auch zu den Wartenden gehört habe, hab ich mir mal ausgerechnet, was die Betreiber denn einnehmen, wenn alle Computer besetzt sind: 6 Euro pro Stunde. Zwei Mitarbeiter sind anwesend und der Strom muss bezahlt werden. Dann die Investition in das ganze technische Gerät, und und und. Ist schon unglaublich, wie wenig sogar ein Unternehmer hier verdient. Das Preisniveau in Uganda ist auch generell sehr gering.

Danach gingen wir noch im Dunkeln essen. Klar, war ja Stromausfall=) Es gab leckere Pizza.

Fabi

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