Donnerstag, 11. August 2011

11.08.2011 – 15 km zu Fuß den Berg hoch


Wir hatten gestern Abend noch kurz vor Mitternacht beschossen, dass wir heute schon aufbrechen würden. Nach Livingstonia.

Nicht zu verwechseln mit Livingstone an den Victoriafällen ist Livingstonia ein Ort am nördlichen Malawi-See der 900m über dem Wasser thront. Alte Kolonialgebäude gibt es hier, einen tollen Wasserfall und natürlich einen traumhaften Blick…so wurde uns gesagt. Problem hier: Livingstonia ist 15 km entfernt von der Hauptstraße die direkt am Seeufer entlang führt und es gibt keinen Bus nach oben.

Serpentinen eines felsigen schlaglochübersäten Schotterweges ziehen sich den Hang empor und ohne einen 4x4 sollte man es gar nicht erst probieren…bei Regenzeit auch damit nicht.

Es müsste also per Anhalter gehen und das kann dauern, alternativ läuft man 15 km  und 900 Höhenmeter mit zwei Rücksäcken den Berg rauf. So 4-5 Stunden dauert das.

Wir starteten unseren Trip also mit guten Aussichten und waren nach einem Zwischenstop in Mzuzu (wir haben dort die fehlenden 23 Dollar aufgetrieben die wir fürs Tansaniavisum brauchen – yeeehaaaaaa)...



...auch bald kurz vor der Abzweigung nach Livingstonia. Ein super Blick hat man schon hier über den weiten See.

Schon davor kann man auch aus einer Höhe von 700-800m kein Land am Horizont sehen und die kleinen Wellen die an den Sandstrand branden erwecken den Eindruck eines Ozeans. An und auf der Straße saßen immer wieder Affen, die neugierig zu uns hinein lugten und auch ab und zu den Fahrer in Schwierigkeiten brachten.

An der Abzweigung angelangt setzten wir uns gemütlich neben einen Kiosk. Der Nachmittag konnte lang werden und uns wurde berichtet, dass wir wahrscheinlich bis morgen warten müssen und dann früh losgehen, heute wäre es ziemlich knapp.

10 Minuten später bog ein Pickup in die Straße ein und wir fingen ihn sofort ab. Natürlich dürfen wir mitfahren. =) =) =) =) =) *jubel*

Wir, zwei Anwohner und 3 Sack langhalmiges Seegras stiegen also auf die Ladefläche und fuhren hoch. Mit jeder Serpentine wurde die Aussicht atemberaubender und die Erkenntnis sicherer, dass HIER hoch zu laufen echt kein Spaß geworden wäre. 


Einer unserer Mitfahrer auf der Ladefläche =)


Alle paar Meter sackte der Jeep in ein Schlagloch und man musste aufpassen, dass man sich nicht ständig den Kopf an dem aufgepflanzten Plastikverdeckt anschlug. Der Weg wollte nicht enden.

Nach über einer halben Stunde erreichten wir den höchsten Punkt und kurz darauf Stone House, unser Hostel für die Nacht. Der ganze Ort versprüht eine ganz eigene Atmosphäre, die sich nur schwer beschreiben lässt. Alte Nadelbäume und Steinhäuser säumen einen Lehmweg der sich durch den ganzen Ort zieht. Es riecht nach Wald. Zwischendrin gibt es alte Kolonialbauten (diesmal endlich, man hat nicht zu viel versprochen =) ) und eines davon diente uns nun als Unterkunft.
Das Wohnzimmer in Stonehouse




Wir gingen abends noch in den Ort um dort zu essen. 
Ein alter Mann machte uns Reis mit Gemüse und Eiern und der Fabi kaufte einem etwa 12 jährigen einheimischen Mädchen einen Rock, den sie die ganze Zeit mit großen Augen angeschaut hatte. =)
 
Mit der untergehenden Sonne fingen die Grillen an zu zirpen. Es war Vollmond.

Auf dem Rückweg kauften wir noch ein Bier. Man muss ja vorbereitet sein – morgen ist mein Geburtstag =)

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