Montag, 1. August 2011

01.08.2011 - Elefanten im Garten

Während ich diese Zeilen schreibe, es ist bereits der 2. August, sitze ich auf einem Sessel an einem breiten braunen Fluss mitten in Afrika. Die orangene Abendsonne glitzert auf der Wasseroberfläche und scheint durch die Blätter der Bäume über mir. Vorher habe ich ein dickes Nilpferd durch den Fluss waten sehen und gerade im Moment stehen einige Meter schräg hinter mir zwei ausgewachsene wilde Elefanten die gemütlich Blätter kauen…

Ihr wollt wissen wie es dazu gekommen ist?



Alles war noch dunkel. Lusaka. Um 6:00 Uhr sollte unser Bus fahren nach Chipata, an der Grenze zu Malawi.
Die Polizeistation in Lusaka. Man beachte die die Streifenwagen denen die Räder abmontiert wurden =)
Am Busbahnhof angelangt luden wir unser Gepäck ein und ich verfiel alsbald wieder in einen tiefen Schlaf…trotz superlauter CD-Musik im Dauerrundlauf, die aus dem Lautsprecher über unserem Kopf quäkte.








Um 1:00 Uhr Mittags erreichten wir schließlich Chipata. 
Der letzte Hort der Zivilisation vor unserem nächsten Ziel: Dem South Luangwa National Park. „The best park in Zambia and one of the most majestic in Africa“, wie uns unser Reiseführer schmackhaft machen wollte.


Wir gingen also eine Runde einheimisch Essen und suchten uns einen  Minibus zu besagtem Park der noch etwa 3 Stunden Dreckpiste von hier entfernt lag.

Etwas zähe Verhandlungen, 2 Stunden und einen abgebrochenen Auspuff später fuhr das Ersatzfahrzeug dann ab.
Nein wir zahlen nicht vor Abfahrt =)

Im Hintergrund unser erster Mini-Bus. Nach 500m hat er schon aufgegeben.
Mittlerweile war es schon fast dunkel. Über Stock und Stein immer im Zick-Zack über eine Neubaustraße bei der ich nicht sicher bin wann sie einmal fertig sein würde rasten wir dahin. Etwa 60 km/h brachte der Fahrer zustande - trotz Löchern in der Straße in die ein gesamtes Rand des Wagens rein gepasst hätte…hochkant.
Ich durfte vorne sitzen =)
Nach etwa 3 Stunden Fahrt durch die Nacht erreichten wir Mfue, den Ort der sich direkt vor dem Parkeingang befindet. Der Fahrer unseres Ersatzfahrzeugs offenbarte uns hier, dass er uns nicht wie vereinbart zu unserer ausgesuchten Lodge fahren würde. Warum passiert hier so was immer?

[Eine Lodge ist wie ein Hotel oder Hostel je nach Komfort, wobei aber die Räume nicht alle in einem Gebäude sind sondern in einzelnen Häuschen oder großen Zelten verstreut über ein größeres Areal]

Nach längerer Überredung war er jedoch doch noch ganz nett und organisierte uns ein paar seiner Kumpels, die uns umsonst zur Lodge brachten.

Die war – in weiser Voraussicht hatten wir nicht vorher angerufen – voll ausgebucht.
Wir wurden also zur Nachbarlodge gekarrt. Beim Aussteigen meinte der Fahrer noch: „Vorsicht mit den Elefanten!“, und grinste.

Zu Anfang hielten wir es auch noch für einen Scherz…

Auf der Suche nach der Rezeption wanderten wir also über das Areal und fanden einen hell erleuchteten überdachten Restaurantbereich mit Rezeption. Aber niemand war da.
Plötzlich sah ich am Nachbarhaus zwei Elefanten, eine Mutter und ihr Junges, etwa 15 Meter entfernt. Und dann kamen noch mal zwei dazu, größere.Die Vier wanderten seelenruhig immer näher an unser Häuschen, bis fast an jeder der offenen Seiten einer stand. Wir konnten also auch gar nicht mehr weg. Nur warten.
Am Anfang noch weit weg...
 
UNGLAUBLICH. Riesige Geschöpfe.
...dann plötzlich ganz nah






Ab und zu schaute einer zu den großen Öffnungen an der Seite hinein durch die er auch locker durchgepasst hätte.

Da standen wir also. Mit unserem Gepäck, mitten in der Nacht an einer leeren Rezeption, rund um uns herum nur wenige Meter entfernt grasen wilde freie Elefanten.

Als die Elefanten sich nach einer ganzen Weile gelangweilt hatten und abgezogen waren, fand sich doch noch ein Nachtwächter der uns einen Dormplatz verschaffen konnte.
In dieser Nacht schaute ich erstmal lange an die Decke unseres Schlafraums. Was für ein Tag.

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