Lebende Hühner in aus Ästen geflochtenen Käfigen, halb wund gescheuert, ein Herr nimmt 2 Stück und schleppt sie an den Beinen hängend davon. Kartoffeln zu kunstvollen Türmchen aufgeschichtet. Bohnen, Tomaten, Zwiebeln, Erdbeeren, Handyladegeräte.
Wir hatten am Morgen ein langgezogenes Frühstück genossen und waren dann mit unserem neuen Dorm-Mitbewohner Ben zum Markt von Lilongwe aufgebrochen. Das ist ein schräger Ort. Hier gibt’s einfach alles… =)
| Hier gibt es Schloesser, Werkzeuge, Kabel, Elektrowaren... Teilweise wurden die Sachen einfach nur irgendwo rausgebaut =) |
| So sehn die Staende aus wenn nix drauf ist |
Verkauft wurde aus sehr fraglich konstruierten kleinen Holzständen heraus wie wir sie auch schon an anderen Orten in Afrika gesehen hatten. Spektakulär hier:
Durch den gesamten Markt fließt ein Fluss und um diesen zu überqueren muss man entweder die offizielle Autobrücke ganz an seinem hintersten Rand benutzen oder man überquert gegen ein geringfügiges Entgeld eine der zahlreichen „Privat-Brücken“, die sich von einem Ufer zum anderen ziehen.
Die Brücken sind waghalsige Bauwerke aus dünnen Ästen, Holzlatten und jeder Menge Schnur. Architektonische Meisterleistungen. Ihr filigranes Erscheinungsbild und die konsequente Verwendung alternativer Baumaterialien verleiten zu der täuschenden Annahme sie könnten nicht mal von einer Ameise sicher überquert werden und würden beim nächsten Windstoß einstürzen.
Doch – wir haben es ausprobiert – sie tragen. Am anderen Ufer fanden wir einen kleinen Handystand und fragten den Verkäufer ob er auch Fotokameras habe. Mein 8 Jahre altes Modell hatte vor einigen Tagen den Geist endgültig aufgegeben.
„Nein, haben wir nicht.“
Wir schlenderten also weiter durch den Essensbereich. Geruch von Fett, Gegartem und leicht Verbranntem zog durch die Luft. An kleinen Bänken saßen die Leute und ließen es sich schmecken. Dann Pfiffe hinter uns.
Ein junger Mann rennt schreiend auf uns und fuchtelt wild mit den Armen. Der Typ vom Handystand. In der Hand eine alte klobige Analogkamera zum Aufziehen. Nachdem wir ihm unsere genauen Vorstellungen von einer Kamera dargelegt hatten zog er enttäuscht wieder ab. 3 Minuten später kam er wieder. Diesmal hat er bei einem anderen Stand 2 fast neue Digitalkameras aufgetrieben. Die sahen gar nicht so schlecht aus. Wir haben sie letztlich aufgrund mangelnden Zubehörs und einer absolut utopischen Preisvorstellung nicht gekauft, aber diese Märkte sind faszinierend. Ich glaube hätte ich einen 10er Schraubenschlüssel, eine Packung Rosendünger oder einen Prozessorlüfter für meinen Laptop gesucht, er hätte auch das alles aufgetrieben.
Nach dieser Erfahrung saßen wir auch schon bald mit unserem ganzen Gepäck in einem mittelgroßen Bus nach „Nkhota-Kota“.
Eine schöne Altstadt soll der Ort mit dem seltsamen Namen haben, und einen schönen Blick auf den Malawi-See.
| Kunst in unserem Hostel |
| Nein, das war nicht unser Bus. Dachten wir aber erst =) |
Eine schöne Altstadt soll der Ort mit dem seltsamen Namen haben, und einen schönen Blick auf den Malawi-See.
Etwa 4 Stunden waren wir unterwegs, dann erreichten wir Nkhota-Kota. Meine Vorstellungen sahen etwas anders aus als die Realität die sich nun vor uns ausbreitete. Zunächst standen wir erstmal an der Straße die mitten durch die Stadt führte und rundherum waren recht niedrige, sandfarbene, etwas heruntergekommene Häuser zu sehen. Läden, Kiosken und ein „Resthouse“. Dieses wurde uns bald als günstige Unterkunft empfohlen und das war sie auch.
Wir wurden neulich gefragt, welches die heruntergekommenste Unterkunft war in der wir während der Reise abgestiegen waren und ich glaube diese rangierte ganz vorne mit. 1,50 € pro Nacht und Nase.
Schon wurde es dunkel und auf der Suche nach einem Restaurant begegneten wir jeder Menge besoffener Kerle. Klar, es war Sonntagabend. Oder spielte der Tag wirklich eine Rolle?
Schuld war zumindest das, was wir an der Straße von einem großen Laster haben ausladen sehen und was wir auf den ersten Blick für jede Menge Milchpackungen gehalten hatten. Es handelte sich um Shake-Shake, ein einheimisches Bier, dass in weißen 1-Liter Tetrapacks zu 45 Cent verkauft wird und vom Geschmack irgendwo zwischen Most und Cider liegt.
Auf jeden Fall hatte es verheerende Wirkung und wir waren nach dem Essen (vieeeeel Reis und kaum sichtbares Beef) froh in unsere kleine Kammer zu ziehen.
| Shake-Shake |
| Shake-Shake-Fans |
Auf jeden Fall hatte es verheerende Wirkung und wir waren nach dem Essen (vieeeeel Reis und kaum sichtbares Beef) froh in unsere kleine Kammer zu ziehen.
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