Mittwoch, 10. August 2011

10.08.2011 – Nkhata-Bay I: Die stattlichen Männer ziehen los

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Blick von unserem Balkon
Die gestrige Portion beim Abendtisch hatte uns nicht überzeugt. Deswegen sind wir in die Nachbars-Lodge zum Frühstücken gegangen. Sehr delikat… so ein Banana-Pancake oder das fette Mit-allem-drum-und-dran-Frühstück, das sich der Arne einverleibt hat. Und was noch viel geiler war als das Essen… die Lodge an sich und die Lage am See.
Drei Mädels waren gerade am Yoga Machen oder Durchführen oder wie man eben sagt. Zwei von ihnen sollten wir in Tansania Wieder treffen. Für den Moment kamen wir aber noch nicht ins Gespräch.

In der Speisekarte waren unter anderem Wanderrouten beschrieben. Wir suchten uns die zweite raus: die Mördertour=) 8 km sollte es bergauf- und bergab gehen, zu einem Dorf zu einem Strand und über einem tollen Aussichtspunkt zurück zum Hostel.

- Bis hierher waren noch keine Wander-Bilder; alles die Sicht von unserem Nachbarshostel... -

Die Wanderung war wirklich toll. So viele kleine Dörfchen, Kinder, nette Leute, die uns grüßten und uns den Weg sagten, was auch wirklich teilweise notwendig war. 
 
 
Wie angekündigt kamen wir erst zu einem etwas größeren Dorf. Als wir bei dem einzigen Shop weit und breit unseren Wasservorrat auffüllen wollten, gab uns die Verkäuferin wie selbstverständlich zu verstehen, dass sie kein Wasser verkauft. Coca-Cola? Aber natürlich. Klingt erstmal ziemlich komisch, aber die Leute hier kaufen höchstwahrscheinlich kein teures Flaschenwasser, sondern trinken das aus den Brunnen. Cola lässt sich dagegen anderweitig schlecht finden. Das wird wohl der Grund sein. Naja, dann gab’s eben Cola.
Wir sind weitergelaufen durch eine sehr schöne Landschaft, bergauf, bergab und noch mal bis wir zu einem idyllischen Strand kamen – wow, sehr hübsch. Hier blieben wir ein bisschen und haben uns bei Wasser und Buch ausgeruht.
Danach ging’s über einen sehr schmalen Pfad wieder bergauf. Der Weg zog sich einige Zeit so dahin und wir hatten keine Vorstellung, wo der denn enden sollte. Schließlich kamen wir bei einem Zwei-Häuser-Dorf raus. Der Weg auf der anderen Seite des Dorfes war genauso schmal. Da haben wir uns gedacht: Alles, was diese Leute nach Hause bringen wollen, müssen sie tragen. Mit einem Schiebewagen kommt man diese Wege nicht hoch, geschweige denn mit einem Auto. Das einzige, was vielleicht noch helfen würde, ist ein Esel.
Das ist der Weg...
...zu diesem Dorf.
Fußballplatz mit Baum in der Mitte
Weiter und weiter führte uns der Pfad durch die Wildnis. Wir hatten Glück, denn immer, wenn wir nicht mehr weiter wussten, konnten wir jemanden fragen. Recht bald kamen wir zu einem fantastischen Aussichtspunkt, von dem aus man einen hervorragenden Blick auf den See hatte.
Von hier begleitete uns ein junger Mann (mit Flip-Flops versteht sich) den felsigen „Weg“ zum See hinunter bis zu einer Lodge, von der aus wir heim finden würden.
Wir holten uns zuerst Wasser und setzen uns auf die gemütlichen Stühle mit Seeblick. 
Als wir da so saßen und die Zeit genossen, kamen wir mit dem Kellner ins Gespräch. Für den 17.08. war ein dreitägiger Streik und Proteste angekündigt. Ich wollte die Hintergründe wissen und so erzählte er wahrscheinlich eine Stunde lang und ich fragte und fragte, da er sich wirklich auszukennen schien. 
Die Nahrungsmittel machen manchmal täglich Preissprünge nach oben, die Löhne bleiben auf gleichem Niveau und der Präsident kündigt an, dass sein Land keine Entwicklungsgelder braucht. Er sagte, dass der jetzige Präsident früher besser war und jetzt die ganze Regierung immer mehr von Korruption zerfressen würde. Der Staat ist pleite. Das könne man z.B. am Schulsystem sehen, das in Malawi früher kostenlos war. Jetzt gibt es Schulgebühren. 7 Euro pro Term, das sind 21 Euro pro Jahr für Grundschule. Sakundarschule war noch wesentlich teurer, 150 Euro pro Term. Und dann hat er gesagt, was er verdient: 25 Euro pro Monat, für 12 Stunden Arbeit – 6 Tage die Woche (7-8 Cent die Stunde). Ist also ziemlich teuer die Bildung, gerade wenn man mehrere Kinder hat. Ja, und nun gehen die Leute auf die Straße. Wir werden zu dem Zeitpunkt aber schon in Tansania sein.
Nach dem Gespräch sind wir in ein einheimisches Touristenrestaurant gegangen. Wir haben ein Fleischgericht bestellt. „Also das Fleisch ist gefroren, wir können es auftauen und das dauert ein bisschen. Ihr könnt aber Fisch haben, der ist nicht gefroren, dauert 20 Minuten.“ Nach anderthalb Stunden hatten wir unseren Fisch dann auf dem Tisch, ein minimalistisches Stück, dafür aber sehr lecker. Während der Wartezeit haben wir uns noch mit dem Besitzer unterhalten, der uns von den Vorzügen seiner Spacecakes überzeugen wollte („Space“cake wegen dem Platz der noch zwischen Kuchen und Ofen bleibt wenn man ihn reinschiebt…versteht sich). Wir mussten zu seinem Unmut dankend ablehnen.
Heißwasser aus aufgeheizter Tonne
Wieder im Hostel zu später Stunde haben wir in unserem Zimmer zwei Engländerinnen vorgefunden (klingt interessanter als es war =) – im Dorm ist das nicht so speziell…). Die Mädels haben wir schon in Lusaka, Sambia, getroffen und jetzt wieder in Malawi. Die Reiserouten und –Geschwindigkeiten und die Hostelwahl sind manchmal sehr sehr ähnlich.

 Fabi

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