Freitag, 12. August 2011

12.08.2011 – Livingstonia I: Geburtstag feiern in Malawi

“Happy birthday to you, happy birthday to you!“, heute wird der Arne ein Viertel Jahrhundert alt. Mit einer Kerze, die liebevoll mit drei Keksen garniert war, gratulierte ich am frühen Morgen. Und der Wunsch beim Ausblasen muss einfach in Erfüllung gegangen sein oder in Erfüllung gehen; denn das Geburtstagskind hat alle Kerzen mit einem Atemzug ausgelöscht.
Dann gab’s ein leckeres Frühstück und wir haben uns mit den Airtel-Mitarbeitern weiter unterhalten. Zwei von ihnen wollten auch ein Foto mit uns machen. Als Einheimischen-Attraktion willigten wir selbstverständlich ein.

Das Geburtstagsprogramm ist eine Wanderung zu einem Wasserfall. Besonders an diesem Wasserfall (eigentlich sind es zwei) ist neben seiner Höhe von 125 Metern, dass man an einer Stelle hinter den Fall gehen kann.

Davor wollten wir noch kurz in einer Grundschule vorbeischauen, deren Direktor wir gestern Abend auf der Straße getroffen hatten. Er war aber leider gerade nicht da und der Vize-Rektor konnte ich auch nicht übers Handy erreichen. Wir bekamen also leider keine Führung. Wäre bestimmt spannend gewesen, auch wenn die Kinder gerade Ferien haben. Einen Blick in die Klassenräume konnten wir dennoch erhaschen: Schauen ganz nett aus, es gibt Bänke, deren Anzahl auf eine wesentlich kleinere Klassenstärke schließen lassen als 90 Schüler (haben wir auch schon gehört), und eine Tafel. Dann eben auf zur Wanderung.
 
 
Ganz oben am Wasserfall haben wir erstmal das Geburtstagsbier ausgepackt, ein bisschen relaxt und hinaburiniert, wie es die Tradition gebietet. 
Dann wollten wir weiter in Richtung Cave (Höhle), wie die Stelle genannt wird, an der man hinter die Fälle treten kann. Angeblich haben sich die Leute hier früher vor Sklavenhändlern versteckt. Das macht die Sache auch noch historisch. Wir liefen also einen Pfad lang, auf und ab, immer recht schmal und manchmal kam eine Abzweigung. 
Bald kamen wir zu einem Haus. Ein Mann mit Hut grüßte uns und eine weiße Frau mit weißem Kind tauchte auf. Recht verwundert haben wir sie gefragt, was sie denn hier mache. Sie antwortete: „Ich wohne hier.“ Guter Punkt. Sie ist Bio-Gärtnerin und das sind Eindrücke aus ihrem Exempelgarten.
Zitrone
Ananas
Chili
Und das war das Haus, in dem sie wohnte.
Sie kommt aus Namibia, ist Halb-Schweizerin und außerddie Besitzerin von einer Lodge, die noch weiter den Weg entlang ist. Eigentlich kommt man von der anderen Seite dorthin und nicht über unseren Trampelpfad. Manni oder so ähnlich, ihr siebenjähriger Sohn führte uns hin und erklärte uns alles. Dass es hier auch Schlangen gibt, wo wir duschen können, wo die Wasserversorgung zu finden ist und dass sein Vater die Lodge eigenständig gebaut hat. Manni machte es wie ein Großer - in erhabenem Englisch. Und wenn wir ein Wort nicht verstanden haben/kannten, hat er für uns ein einfacheres benutzt =)
 
Dann kamen wir zur Bar. Die Aussicht ist einfach ein Traum. Der Blick erstreckte sich auf das Tal und wenn man weit genug schaute, konnte man sogar den See sehen. Sehr hübsch. Wir tranken ein Fanta-Passion (sollte man in Deutschland übrigens auch einführen, schmeckt geil!) und laberten kurz mit dem Vater des Jungen. Er kommt aus Belgien und hat 18 Jahre im Kongo gelebt. Außerdem hat er uns erklärt, wo die Cave ist: auf der anderen Seite der Fälle.
Affenschädel
Wir liefen den Weg zurück und fanden die besagte Cave. Der Weg und die Umgebung könnte aus einem Indiana Jones Film geklaut worden sein.
Der Weg=)
Hinter dem Wasserfall
Arne, der Abenteurer=), ist dann noch weiter und kam begeistert zu mir zurück. „Man kann auch noch zu dem zweiten Wasserfall, ganz nah hin.“ Da bin ich mit. Der erste Weg war nichts gegen den. Man musste klettern und den Rücksack immer wieder abnehmen, weil man unter Lianen und Ästen durchschlürfen musste. Hier gehen vermutlich auch nicht so häufig Menschen lang.
Die Sicht war einfach nur unglaublich. Man konnte über das ganze Tal blicken, ein Teil des Wasserfalls rauschte unter einem herab, der andere oben. Und das Beste. Man konnte auf einem Felsvorsprung sitzen – das ist fast wie Fliegen.
Auf dem Rückweg hat mir ein kleines Mädchen einen Kaugummi geschenkt. Als guter Pädagoge habe ich es mit ihm geteilt und dann festgestellt, dass Sticker in der Verpackung waren. Ich wollte sie dem Mädchen schenken, doch sie gab mir zu verstehen, dass man sich die Aufkleber auf den Arm klebt. Sie hat mir gezeigt, wie das bei ihr aussieht und mir kurzerhand meine auf meinen Arm geklebt.
Der coolste Teil des Rückwegs (Abkürzung)
Als wir wieder zu Hause waren, bestellten wir auch gleich Essen. Anderthalb Stunden später war’s auch fertig, verzögert durch einen Stromausfall, aufgrund dessen erst der Feuerofen angeheizt wurde. Ohne Stromausfall wäre unser Reis mit Rind bestimmt schon in einer Stunde fertig gewesen.
Jetzt schreib ich noch Blog und der Arne liest. Lang werden wir nicht mehr machen, denn morgen geht’s wieder raus in die Natur. Also, ‚Gute Nacht’ schon mal…


Fabi

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