Morgens ging es gleich nach dem Frühstück mit einem Dalla-Dalla in die Vorstadt von Dar es Salaam. Hier sollte es ein „Village museum“ geben. Ein village museum ist ein Gelände auf dem viele viele unterschiedliche kleine Häuser aufgebaut sind und das das Dorfleben und den Alltag der Leuten aus verschiedenen Regionen des jeweiligen Landes zeigen soll.
Fabi hat so was schon mal in Rumänien besucht und meinte da müssen wir uuunbedingt hin.
| Das ist eigentlich einfach nur hübsch und steht gegenüber unseres Hostels :P |
| Der Eingang zum Museum =) |
Dort angelangt standen sie. Wild verstreut und jedes sah ein bisschen anders aus. Die verschiedensten Stroh und Lehmhütten aus ganz Tansania. Eckig, rund, einige sahen aus wie Iglus aus Stroh. Jede Region hat so was wie einen eigenen Baustil, je nach dem welcher Stamm dort wohnt und wie dessen Traditionen und Lebensstile aussehen. Einige Stämme sind Viehhirten, wie z.B. die Masaai, andere sind Fischer oder betreiben Ackerbau. Auch solche Dinge spiegeln sich im Aufbau der jeweiligen Hütten wieder und den Utensilien die man darin findet. Jedes Haus war nämlich auch komplett eingerichtet und mit einer Infotafel versehen.
Fast alle Hütten bestehen nur aus einfachen Naturmaterialien. Lehm, Äste, Stroh, Blätter. Wenn man das künstliche Dorf betritt bekommt man schnell den Eindruck man wäre weit weit in der Zeit zurück gereist. Kleine Feuerchen dienen zum Heizen und kochen, in den Hütten gibt es oft sehr wenig Licht und die meisten sind sehr niedrig.
| Eine Feuerstelle |
In einem Heftchen haben wir gelesen, dass Leute von den jeweiligen Stämmen extra hierher gekommen sind um sie vor Ort zu bauen.
Jedes Familienmitglied hat einen eigenen Bereich in den Hütten. In vielen Stämmen haben die Männer mehrere Frauen und so gibt es beispielsweise immer ein Zimmer für die älteste Ehefrau (die im Rang höher liegt) und für die jüngste Ehefrau, die den ganzen Haushalt schmeißen muß.
| Ein Metallschmelzofen |
Wenn man die Häuser so sieht, denk man oft an diese Urzeitmuseen in denen man in Deutschland vielleicht schon war. Museen, wo alte Werkzeuge aus Holz und Stein ausgestellt sind und solche Dinge. Auch sowas liegt hier verstreut in den ausgestellten Hütten.
Doch einen Unterschied gibt es: Wenn man mit dem Bus auf einer Überlandfahrt durch Tansania einmal in einem Dorf hält stellt man fest, dass das Village museum nicht Dinge zeigt die vor langer Zeit einmal waren. Die Häuser sehen wirklich so aus. Sie sind aus den gleichen Materialien gebaut und auch solche Werkzeuge werden wirklich noch benutzt. Und es kann einem passieren, dass ein Mann aus eben solch einer Hütte tritt mit einem Steinbeil in der einen und einem Handy in der anderen Hand.
| Flip-Flops =) |
Nachdem wir uns die verschiedensten Hütten angesehn hatten liefen wir vor zum Restaurant nahe des Eingangs.
| Hier wurde gerade eine Hochzeit vorbereitet :) |
| Haaaaaa... |
Hier spielte gerade eine Band auf einer Bühne und einige Tänzer tanzten in fransigen Kostümen auf dem davor liegenden Platz. Das Museum war auch gleichzeitig Kulturzentrum des Stadteils und so konnten wir afrikanische Tänze sehen die nicht extra für Touris aufgeführt werden :)
Das war richtig toll. Man konnte praktisch mitfühlen wie viel Spaß das macht. Die einzigen Instrumente waren Trommeln und ein Holz-Xylophon. Es klang super und die Tänzer hatten ziemlich coole Bewegungen drauf =)
Es erinnerte mich ein bisschen an die Kinder die wir Taganga, Kolumbien am Strand hatten tanzen sehen. Die konnten sich so unglaublich schnell bewegen, da kommt man gar nicht mit. Hier war das auch so.
Am Ende haben sie mit Kindern aus dem Publikum noch Reise-nach-Jerusalem gespielt :)
Dann sind wir auch schon wieder Heim gefahren und haben den Tag bei Stromausfall ausklingen lassen…manches ist halt doch noch nicht so modern in Tansania ;)
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