Mittwoch, 4. Mai 2011

04.05.2011 - Puno

Heute sollte es losgehn nach Puno, „das Tor zu den Inseln des Titikakasees“ in dessen „freundlichen Straßen es von einheimischen Frauen mit Filzhüten und mehrschichtigen Kleidern wimmelt“ [Lonely Planet Südamerika 2010, S. 902]

Das klingt doch nicht schlecht. Wir haben also unsere Sachen gepackt und uns herzlich von Roy verabschiedet der sich so toll um uns gekümmert hat als wir in Arequipa waren. In La Paz sehen wir ihn ja schon wieder („Genaaaaaau!“).

Also schon wieder eine 6-stündige Busfahrt. Langsam fühle ich mich einsam wenn sie fehlen würde. Erstaunlich wie schnell man sich an so etwas gewöhnt.
Auf dem Weg passierten wir Juliaca, die letzte große Stadt vor dem Titikakasee von peruanischer Seite aus…und eine der hässlichsten die ich bisher gesehen habe.
Die Straßen sind ziemlich mies, es gibt einige Sportstadien die mit ihrer Betonfassade klotzen und 90 % der Häuser die wir zu Gesicht bekommen haben sind Baustellen.

In Ecuador habe ich das schon öfter gesehen und Roy hat uns erklärt, dass die meisten Peruaner ungern zur Miete wohnen und deshalb ihr Geld gleich in ein eigenes Haus stecken möchten. Klingt eigentlich ganz gut, leider reicht dieses Geld selten für ein fertiges Haus, die Bank gibt den meisten keinen Kredit und es sind auch nicht professionelle Baufirmen die die Häuser konstruieren sondern eher Gelegenheitsarbeiter und viel von eigener Hand.

Das Ergebnis für den Wohlfühlfaktor der Stadt ist leider verheerend. Einige Grundstücke sind einfach nur von einer provisorischen Mauer eingekreist um den Besitz anzuzeigen (gemauert wird nach äußerem Eindruck allgemein gern, viel und nicht immer schön) andere Gebäude bestehen nur aus dem Rohbau des Erdgeschosses aus dem nach oben Betonpfeiler und Stahlstreben ragen um die Möglichkeit eines Aufbaus zu bewahren. Oft sind die Fensterscheiben noch nicht vorhanden, ein fehlendes Dach wird durch Wellblech ersetzt oder eine geplante Haustür wird im Nachhinein doch wieder zugemauert. Dazu die bekannten Sicherheitsvorkehrungen wie Stacheldraht und einbetonierte Glasscherben auf den Wällen.
 
Oft gilt das nicht nur für Privathäuser sondern auch mal für eine Universität. Die einzigen Gebäude die ironischerweise immer fertig gestellt zu sein scheinen, sind Banken, Autohändler und Kirchen.

In Puno „am heiligen Inkasee“ angelangt, ergab sich dann leider ein ähnliches Bild…nur dass hier wohl auch noch ab und zu das Geld für eine Asphaltstraße in der Innenstadt gefehlt hat. Frauen mit Filzhüten sucht man vergebens. So ein Ärger.
Ziemlich fies: In dem Sack sind lebende Hühner
Motor-Rikscha hochlandfest (gegen, Wind, Regen und Kälte)
Um diesem besser zu verarbeiten haben wir uns dann noch ein leckeres Abendessen gegönnt (Alpaca in Rotweinsoße, yummi)
 
Sollte der See uns mehr versprechen? Am nächsten Morgen ging’s los ihn zu erkunden. =)

Chirimoya als später Nachtisch
unsere Bettwäsche :)

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