Montag, 18. April 2011

18.04.2011 - Leticia / Tabatinga

Früh aufgestanden gings unserem neuen Ziel entgegen: Leticia, eine der abgeschiedensten Städte Kolumbiens ganz an der Südspitze des Landes im Amazonasgebiet.
 
Dank Insiderinfos unseres Taxifahrers vom Abend davor konnten wir für einen Apfel und ein Ei zum Flughafen kommen. Unser Flug ging über Bogotá wie die meisten Inlandsflüge Kolumbiens und nach diesem kurzen Zwischenstop waren wir auch bald im Landeanflug auf Leticia.
 
Die Stadt liegt direkt am Ufer des Amazonas am Dreiländereck Kolumbien – Brasilien – Peru. Vom Flugzeug aus kann man von ganz oben weit über den Regenwald sehen mit dem Amazonas der sich wie eine große Schlange hindurch schlängelt.
Der erste Blick auf den Amazonas
Total gewaltig. Wald so weit das Auge reicht bis zum Horizont und darüber große Wolkentürme. Wenn man das sieht fühlt man sich plötzlich ziemlich klein.


 Auf der Erde angekommen haben zunächst unser Gepäck von dem einen einsamen Band geklaubt (das geht nur durch die Wand und außen kann man die Leute sehn die das Zeug von ihrem Handwagen drauf laden =) )

Alles in allem ähnelt der Flughafen mehr einem Sportflugplatz mit ausgebauter Asphaltpiste.

Mit dem einzigen Taxi sind wir dann zum Hostel „Mahatu“. Ein feines Ding mit einem etwas fragwürdigen Besitzer der uns erst sagte er hätte ein Zimmer für 25.000 Pesos, dann stellte sich heraus das der Preis pro Person gilt und dann dass das besagte Zimmer eigentlich nur 2 Plätze in einem 6er-Dormitorium umfasst…


Früchte aus dem Amazonasregenwald

Zunächst hatten wir aber noch andere Sorgen: Wir brauchten Tickets für das Amazonasboot das uns schon am nächsten Tag nach Iquitos in Peru bringen sollte.
Ein hilfsbereiter Herr geleitete uns darauf gern zu seinem Kumpel der auf Provision von seinem Werkzeug- und Schraubenhandel aus solche Tickets an den Mann bringt…seine 17-jährige Tochter (sie sah eher aus wie 14 konnte allerdings schreien wie 30) verhalf uns dann zu unseren Fahrscheinen.
Um den restlichen Tag zu nutzen sind wir dann gleich zum Fluss. Am Ende der Straße führte ein Holzsteg zu einigen Pfahl-Häusern…das sah spannend aus, da mussten wir hin. 
 
Der Steg entpuppte sich als Zugang zu den ganzen Häusern die auf Stelzen direkt an den Fluss gebaut sind. Ein ganzes Stadtviertel. Umso weiter wir gingen desto schmaler wurden die Stege und bald waren es nur noch einzelne wackelige Holzbretter die an einigen Stellen sogar Klettereinlagen bereit hielten.
Am Anfang war der Weg noch "breit"...
 
 
...dann wurde er immer schmaler
 
Nicht zu glauben was man hier sieht. Kinder spielen im Fluss, beklettern eingefallene Häuser, Müll schwimmt herum, ein Mann liegt rittlings in seinem Haus auf einer dünnen Matratze und starrt auf den über ihm aufgehängten Fernseher der die Lottozahlen bringt. Neben ihm ein rostiges Bett und um ihn verstreut jede Menge zertrümmerte Holzteile. Doch beinahe jeder lächelt und grüßt freundlich zurück.
 
Am Ende des Stegs angelangt fanden wir einen Weg wieder heraus.
 
Von einem langen Steg aus der auf den Fluss hinaus führt konnten wir den Sonnenuntergang sehen. Wenn man hier links uns rechts schaut sieht man erst wie gewaltig der Amazonas ist. Er ist hier etwa so breit wie die Elbe an ihrer Mündung nur dass der Amazonas hier erst jung ist und noch über 2000 km bis zum Meer zurücklegt.
Danach lautete die Frage „Wo geht’s denn hier nach Brasilien?“. Hier antwortet man auf sowas mit „Da vorne rechts“.
Tabatinga ist die angrenzende Stadt in Brasilien und man kann einfach rüber laufen ohne Kontrolle.

Unser Abendessen gabs dann also in Brasilien und wir haben auch schon ein paar Sätze Portugisisch gelernt =) „Uma boa noite!“
Erste Portugisischvokalben =)
Auf dem Rückweg haben wir auf der Suche nach unserem Hostel einen alten Mann im Laden seiner Frau getroffen. Er wusste zwar auch nicht wo es liegt aber er hat mich einfach auf seinen Roller geladen und ist so lange mit mir rum gefahren und hat ganz viele Leute gefragt bis wir’s gefunden hatten.
…einfach so. Das passiert einem in Deutschland wohl eher selten.

Dort angelangt waren natürlich ein paar wohlriechende Gäste in unserem 6er Dorm eingezogen…naja die Nacht würde ja nur kurz.

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