Damit ihr zu Hause euch über eine schöne Karte freuen könnt, haben wir heute eine Postfiliale gesucht, um die vor einer Woche verfassten Grüße endlich loszuschicken. Einfach war das nicht. Man fragt drei Menschen und wird in drei verschiedene Richtungen geschickt. Zwischenzeitlich waren wir bei einer Art Spedition. Der freundliche Mann sagte uns, dass bei ihm das Versenden einer Postkate über 35 Euro kostet. Dafür könne man aber online immer mitverfolgen, wo das Versandgut sich gerade befindet. Das Angebot schien verlockend, aber nach längerem Überlegen haben wir ihn doch nach einer normalen Postfiliale gefragt. Diese sind aber in Kolumbien eher selten und der Name ist nicht „Post“ oder „Versandladen“, sondern „472“. Ausgestattet mit dieser Information haben wir uns in einen Bus geschwungen, sind einige Straßenzüge weiter gefahren und schon konnten wir unsere Postkarten aufgeben.
Weiter ging’s auf die Bocas De Ceniza, eine Art Halbinsel. Die Bezeichnung ist allerdings stark übertrieben, da es sich dabei mehr um einen kilometerlangen Wellenbrecher handelt.

Auf der aufgehäuften Steinformation fährt eine kleine Bahn ausgestattet mit einem Dieselmotor, der das Gefährt allerdings nur dazu bemächtigt in eine Richtung zu fahren. Möchte man nun die Fahrtrichtung ändern, hebt man den gesamten Wagon von den Gleisen, dreht ihn einmal um und stellt ihn wieder drauf – und das mehrere Dutzend mal am Tag. Naja, warum auch nicht. Einen Motor mit Rückwärtsgang einzubauen wäre wahrscheinlich zu kompliziert...=)
Wir unsererseits haben uns einfach ein kleines Motorrad gemietet. Ein paar junge Kerle vermieten ihre Motos einfach so am Anfang der Straße. Ohne Vertrag, ohne Führerschein, ohne Helm. Viel kann dabei auch nicht schief gehen, da man von der schmalen Insel ja irgendwann wieder zurückkehren muss. Klauen wäre also schwierig. Sicherheitstechnisch ist’s auch nicht so wild, da man auf dem steinigen Weg sowieso nicht schneller als 30 km/h fahren kann und es außer der Bahn keinen Verkehr gibt.
Im Anschluss waren wir in einem hervorragenden Fischrestaurant, in dem auch Shakira, die aus der Region kommt, gerne einkehrt. Ich lasse die Bilder für sich sprechen… Unser Kellner war taubstumm und hat uns trotzdem verstanden (Respekt!).
Dann ging’s auf ein Bier in ne Kneipe. Plastikmobiliar und hochmoderne Musikboxen, deren Leistung auch genutzt wurde, prägten das Bild. Es gab drei Tische: an zwei saßen Männer und spielten Domino oder ein ähnliches Spiel. Am anderen saßen wir. So stelle ich es mir vor, in einem anderen Land zu sein. Das ist viel schöner als mit lauter anderen Touristen irgendwo durchgeschleust zu werden.
Zum Abschluss des Tages haben wir der Uni Norte, einer Privatuniversität einen Besuch abgestattet. Einer von unseren AIESEC-Freunden (Jan Müllerschön) hat hier ein halbes Jahr als Deutschlehrer verbracht, Arne hatte ebendies auch überlegt und ein AIESEC-Praktikant (Gustavo) studiert hier. Das AIESEC-Büro, das sich auf dem Campus befindet, war leider nicht besetzt. Deshalb haben wir diese Nachricht hinterlassen:
Fabi
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